Jet Lag deluxe
…und dann kommt man aus dem Urlaub und ist gerade erst 4 Wochen lang in kurzen Hosen durch die Gegend gestolpert. Das ist ploetzlich vorbei. Es ist kalt, sehr kalt. Es regnet natuerlich. Der Rueckflug war komischerweise ziemlich angenehm, man freut sich sowieso immer mehr auf die Heimat als sie es eigentlich wert ist. Die Realitaet sieht dann irgendwie immer ein bisschen trueber aus. Nicht wirklich schlimm, aber auch nicht so traumhaft, wie man alles im Kopf gespeichert hatte. Tragisch ist eigentlich nur der Zeitverlust. In der Wohnung angekommen ist es so, als ob man nie weg gewesen sei. Ja, gut, die Blumen sind alle ertrunken und das Aquarium total versifft. War ich im Urlaub? Kaum auszumachen, vielleicht an der frischen Faerbung der Haut und dem erholten Grundgefuehl? Eher nicht. Nach 18 Stunden im Flugzeug ist man bleicher denn je, ein gutes Stueck wuetend und geschafft durch den Mangel an Schlaf. Was folgt ist traditionell erschreckend: Man blaettert
durch die Post, realisiert die Belanglosigkeit dieses Unterfangens und laesst davon ab. Schlagartig. Eine Minute spaeter klingelt das Telefon. Die Familie meldet sich fernmuendlich und erinnert an Verpflichtungen, Termine und den kommenden Geburtstag irgendjemandes. Der Kuehlschrank ist leer und die Tassen auf der Spuele schimmeln. Erstaunlich, hat man sie doch ausgespuelt. Oder so. Der Schrecken der Rueckfahrt vom Flughafen nach Hause sitzt immer noch tief, Autobahnen sind eben nicht der beste Ort um seinen Urlaub gemuetlich ausklingen zu lassen. Die rettende Idee: Kurz mal eine Stunde doesen. Im Bett angekommen wird der Wecker einfach mal nicht gestellt und, zaeck, ist man eingeschlafen. Sieben Stunden spaeter wird man wach, prueft die Uhrzeit und wundert sich: 21:17. Haha, fett! Und nicht. Die Erkenntnis schmerzt. Wir haben sauber den ganzen Tag verpennt und dem Jet Lag eine prima Basis gegeben, sich auch in den kommenden Tagen halten zu koennen. Der Urlaub und unsere Hosts sind schon wieder sehr weit weg, der Geist wendet sich den kommenden Tagen zu und vergessene Verpflichtungen draengen sich brutal ins Hirn. Was bleibt? Die
Antwort ist unter normalen Umstaenden ganz einfach, nur eben gerade nicht dann, wenn man just angekommen ist. Trotzdem: Es bleibt, kurz und knapp, eine ganze Menge! Die Gewissheit eine extrem relaxte Zeit mit guten Freunden, die man viel zu selten sieht, verbracht zu haben. Es bleiben schoene Bilder, die im Laufe der Zeit zunehmend verschwimmen werden. Es bleibt ein gutes Gefuehl alles richtig gemacht zu haben…
…abgesehen davon, wieder da zu.
Sound des Tages: Numbers Radio – “Boring“ (Fuck this conversation it’s so boring)
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